Modul Babble

Aus FHEMWiki
Babble
Zweck / Funktion
Das Modul stellt eine komfortable Oberfläche bereit, um per Webinterface ein 'Natural Language User Interface' (NLUI) zu konfigurieren. Es stellt auch einen ChatBot zur Verfügung.
Allgemein
Typ Hilfsmodul
Details
Dokumentation EN / DE
Support (Forum) Unterstuetzende Dienste
Modulname 95_Babble.pm
Ersteller Prof. Dr. Peter A. Henning
Wichtig: sofern vorhanden, gilt im Zweifel immer die (englische) Beschreibung in der commandref!

Diese Seite beschreibt die Konfiguration und Verwendung des Moduls 95_Babble.pm.

Einleitung

Das Modul 95_Babble.pm stellt eine komfortable Oberfläche bereit, um per Webinterface ein Natural Language User Interface (NLUI) zu konfigurieren.

Darüber hinaus stellt Babble eine Verbindung zu einem RiveScript-Modul her, falls dies in der lokalen Perl-Installation vorhanden ist. RiveScript ist eine einfache Programmiersprache für ChatBots, Babble realisiert also für die Ansprache von FHEM auch einen ChatBot.

Funktionsweise

Babble überprüft einen empfangenen natürlichsprachlichen Satz auf einen darin enthaltenen Orts-Identifikator, sowie auf eine Liste von vordefinierten Verben und Verbteilen. Ein weiteres darin enthaltenes Nomen wird je nach Artikeln und Verben als Gerät identifiziert. Beispielsweise resultieren die beiden Eingabesätze

  • Schalte die Beleuchtung in der Sitzgruppe an
  • Beleuchtung in der Sitzgruppe anschalten

jeweils im gleichen Ergebnis:

Gerät=licht Ort=sitzgruppe Verb=schalten Ziel=ein

Der Gerätename (auch als Babble-Device bezeichnet) ist ein von der FHEM-Bezeichung unabhängiger Begriff, der aber eindeutig mit einem FHEM-Device verbunden sein muss. also z.B. Licht für eine Lightscene.

In einem mehrfach geschachtelten Daten-Hash wird anschließend unter der Adresse

$hash->{DATA}{"command"}{"licht"}{"sitzgruppe"}{"schalten"}{"ein"}

nachgesehen, ob dort ein FHEM-Kommando hinterlegt wurde. Dieses lautet im Beispiel set WZ.Scene scene Sitzgruppe und schaltet eine entsprechende Lightscene an.

Sollte kein hinterlegtes FHEM-Kommando gefunden werden, aber das entsprechende Babble-Device bekannt sein, wird vom Modul ein einstellbarer Hilfetext entweder zurückgegeben oder per TTS (Text-to-Speech) ausgegeben.

In allen anderen Fällen wird der Eingabesatz an den ChatBot weitergereicht (wenn dieser nicht explizit blockiert wurde).

Beispiel-Dialog 1 (lang)

User: "Hallo" => Babble: "Hallo, ich bin Jeannie. Wer bist Du ?" (Hier antwortet der ChatBot, weil der unvollständige Eingangssatz nicht mit einem Kommando belegt ist)

User: "Ich bin Peter." => Babble: "Schoen, Dich kennenzulernen, Peter!" (Hier antwortet wieder der ChatBot)

User: "Was kannst Du für mich tun ?" => Babble: "Ich kann für Dich das Haus steuern." (Hier antwortet wieder der ChatBot)

User: "Was kannst Du steuern ?" => Babble: "Ich kenne die Geräte Licht, ....." (Hier antwortet wieder der ChatBot, holt sich aber die Liste der Geräte aus den Babble-Daten)

User: Wie kannst Du Licht steuern => Babble: "Sprich: Licht, gefolgt von einer Ortsangabe und dem Wort an oder aus" (Hier antwortet wieder der ChatBot, indem er den Hilfetext für das Gerät Licht von Babble holt)

User: "Welche Orte kennst Du ?" => Babble: "Ich kenne die Orte Wohnzimmer, ....." (Hier antwortet wieder der ChatBot, holt sich aber die Liste der Orte aus den Babble-Daten)

User: Schalte das Licht in der Sitzgruppe an. => Babble sagt nun gar nichts mehr, sondern schaltet das Licht in der Sitzgruppe an.

Geräte

Die Verbindung von (Babble-)Gerätenamen mit real existierenden FHEM-Devices erfolgt im unteren Bereich des Web-Frontends. Solche Geräte können entweder lokal sein, (also derselben FHEM-Instanz angehören, wie das Babble-Device). Oder sie sind entfernte Geräte (remote).

  • Lokale Geräte sind dadurch gekennzeichnet, dass in ihrem FHEM-Device das Attribut babbleDevice auf den Wert des gewünschten Gerätenamens gesetzt wird (siehe Abschnitt Vorarbeiten).
    • Solche lokalen Geräte werden automatisch (d.h. ohne weitere nötige Vorarbeiten) in der Babble-Übersicht angezeigt.
  • Entfernte Geräte liegen in einer anderen FHEM-Instanz. Sie müssen im Attribut babbleDevices des Babble-Devices angegeben werden.
    • In der gegenwärtigen ersten Fassung des Moduls können drei solche anderen FHEM-Instanzen angegeben werden, dazu müssen die Attribute remoteFHEM(1|2|3) remoteFunc(1|2|3) gesetzt werden. Bei der tatsächlichen Ausführung eines Befehls (siehe Abschnitt Nutzung) werden diese Attribute berücksichtigt

Nutzung

Zur Nutzung durch beliebige andere FHEM-Module muss nur das Perl-Unterprogramm

 Babble_DoIt("Babble","<zu analysierender Satz>"[,parm0,parm1,...])

aufgerufen werden (Babble ist duch den tatsächlichen Device-Namen zu ersetzen). Die Anzahl der Parameter beim Aufruf ist nicht festgelegt, es kann eine beliebige Anzahl von Parametern im Aufruf angegeben werden.

Bei der semantischen Analyse werden identifiziert

  • ein (Babble-)Gerätename device
  • eine Ortsangabe place, diese darf auch leer bleiben (abgespeichert als Wert none)
  • ein Verb verb in der Infinitiv-Form
  • eine Zielvariable, ggf. ein Reading target
  • ein Zielwert value

Wird ein natürlichsprachlicher Satz korrekt interpretiert und ein dazu hinterlegtes Kommando (gespeichert im Babble-Hash $hash->{DATA}{"command"}) gefunden, werden in diesem Substitutionen durchgeführt.

  • der String $VALUE wird durch den Zielwert value ersetzt.
  • ein String $PARM[0|1|2..] wird durch den beim Aufruf übergebenen Wert parm0, parm1,... ersetzt.

Durch diesen Mechanismus kann man den auszuführenden Kommandos verschiedene Parameter mitgeben.

Anschließend wird dieses Kommando ausgeführt. Vor der Ausführung

  • Bei lokalen (Babble-)Geräten wird im Modul einfach
fhem(<Kommando>)

ausgeführt.

  • Bei entfernten (Babble-)Geräten gibt es zwei Möglichkeiten:
    • Wurde nur die IP-Adresse der entfernten FHEM-Instanz (im Attribut remoteFHEM(1|2|3)) angegeben, erfolgt die Ausführung durch den HTTP-Request
 http://<IP-Adresse:Port>/fhem?XHR=1&cmd.<FHEM-Device>=<Kommando>
    • Achtung: Wenn hierbei die entfernte FHEM-Instanz durch ein csrfToken geschützt ist, oder dieses sich bei jedem Neustart der externen FHEM-Instanz verändert, muss Babble dieses Token natürlich kennen. Mit dem Befehl
get Babble tokens

werden diese csrfToken für alle bei Babble gemeldeten externen FHEM-Instanzen geholt. Wer dieses manuelle Neuholen vermeiden möchte, sollte bitte ein festes csrfToken für die entfernte FHEM-Instanz definieren. Das csrfToken wird natürlich nur benötigt, wenn keine entsprechende remoteFunc (siehe entsprechendes Attribut) verwendet wird.

    • Wurde zusätzlich zur IP-Adresse der entfernten FHEM-Instanz ein Funktionsname (im Attribute remoteFunc(1|2|3)) angegeben, erfolgt die Ausführung durch den Aufruf der Funktion
<remoteFunc(1|2|3)>("<Kommando>")

Hilfetexte

Wird zu einem Device bei der entsprechenden Kombination aus Ortsangabe, Verb und Ziel kein hinterlegtes Kommando gefunden, kommt es zu einem anderen Ablauf.

  • Falls der ChatBot aktiv ist (d.h. das RiveScript-Modul muss installiert sein und darf nicht mit dem Attribut noChatBot=1 blockiert werden), wird der gesamte Eingabesatz an diesen ChatBot weitergeleitet. Dieser liefert in jedem Fall eine Antwort, diese Antwort wird an Stelle des Parameters $HELP in das unter dem Attribut helpFunc hinterlegte FHEM-Kommando substituiert und dieses ausgeführt.
  • Falls der ChatBot nicht aktiv ist (d.h., entweder ist das RiveScript-Modul nicht installiert oder wurde durch das Attribut noChatBot=1 blockiert), überprüft Babble, ob wenigstens ein Babble-Device erkannt wurde. Wenn ja, wird der diesem Babble-Device zugeordnete Hilfetext an Stelle des Parameters $HELP in das unter dem Attribut helpFunc hinterlegte FHEM-Kommando substituiert und dieses ausgeführt.

In beiden Fällen werden in der helpFunc-Funktion auch die Parameter $PARM(0|1|2|...) durch die Werte ersetzt, die beim Aufruf der DoIt-Funktion übergeben wurden.

Beispielsweise kann man mit der Hinterlegung von

 attr Babble helpFunc {speak('$PARM0','$HELP')}

dafür sorgen, dass die Perl-Funktion speak mit dem entsprechenden Hilfetext ausgeführt wird. Also resultiert in diesem Fall

 Babble_DoIt("Babble","<zu analysierender Satz>",parm0[,parm1,...])   ->   speak("parm0","<Antwort des ChatBot>")

bzw.

 Babble_DoIt("Babble","<zu analysierender Satz>",parm0[,parm1,...])   ->   speak("parm0","<Hilfetext für das betreffende Device>")

Test

Zum Test der durch beliebige andere FHEM-Module muss nur das Perl-Unterprogramm

 Babble_TestIt("Babble","<zu analysierender Satz>",<exec-Flag>,[,parm0,parm1,...])

aufgerufen werden (Babble ist duch den tatsächlichen Device-Namen zu ersetzen). Die Anzahl der Parameter beim Aufruf ist nicht festgelegt, es kann eine beliebige Anzahl von Parametern im Aufruf angegeben werden.

  • Wenn <exec-Flag>==1 ist, wird zusätzlich zur Ausgabe des Analysestrings auch noch das zugehörige Kommando ausgeführt.
  • Ansonsten erfolgt nur die Ausgabe des Analysestrings.

Neben der Möglichkeit eines Online-Tests mit beliebigen Sätzen besteht auch ncoh die Möglichkeit zum Selbsttest des Moduls. Dazu ruft man den Befehl

set Babble test

auf. In der Ausgabe sieht man eine Vielzahl von Beispielsätzen und kann überprüfen, ob diese korrekt analysiert werden.

Babble-Device

Vorarbeiten

Will man lokale (d.h. in derselben FHEM-Instanz befindliche) Devices per Babble ansteuern, muss man vorher im Device global dem Attribut userAttr ein neues global verfügbares Attribut babbleDevice hinzufügen. Dieses wird damit für jedes FHEM-Device setzbar.

Installation

Durch den normalen Update-Mechanismus wird das Modul 95_Babble.pm in den Modulordner installiert, sowie die Datei babble.js in /fhem/www/pgm2. Installationsvoraussetzung ist das Modul JSON.

Achtung, nur wer den ChatBot nutzen möchte, sollte das Perl-Modul RiveScript installieren, entweder durch Download von github, oder via CPAN (cpan RiveScript) Zusätzlich zu diesem Perl-Modul benötigt man dann noch RiveScript-Dateien (Endung .rive). Babble erzeugt einen RiveScript-Interpreter, dieser sucht seine Konfigurationsdateien (unter Linux) im Verzeichnis /opt/fhem/rivescript. Die benötigten RiveScript-Dateien befinden sich im Contrib-Ordner [1] und können folgendermassen direkt aus dem SVN kopiert werden:
cd /opt/fhem && mkdir rivescript && cd rivescript && wget https://svn.fhem.de/trac/export/HEAD/trunk/fhem/contrib/Babble/begin.rive && wget https://svn.fhem.de/trac/export/HEAD/trunk/fhem/contrib/Babble/general.rive

Ein Tutorial für RiveScript findet man hier.

Definition

Das Babble-Device - hier mit dem Namen Babble versehen - selbst wird über

define Babble Babble

definiert. Diese Definition legt einen versteckten Raum "babbleRoom" an, welcher über einen Weblink im oberen Menü des Webinterfaces erreichbar ist.

  • Der Name dieses Raumes kann durch das Attribut hiddenRoom geändert werden.
  • Dieses Modul verwendet das globale Attribut language zur Bestimmung der Anzeigedaten (Standard: EN=english). Für deutsche Ausgabedaten muss in FHEM das Attribut
attr global language DE

gesetzt werden. Für dieses Wiki werden die deutschen Ausgabedaten verwendet.

Beim Anklicken des Begriffes Babble (eben der genannte Weblink) im oberen Menü des Webinterfaces wird dieser versteckte Raum angezeigt. Er enthält an erster Stelle das Babble-Device. Für die Konfiguration dieses Devices siehe den nächsten Abschnitt, für die Bedienung siehe den Abschnitt [Bedienung].

Set-Befehle

Das Babble-Device kennt die folgenden Set-Befehle (Babble ist duch den tatsächlichen Device-Namen zu ersetzen):

set Babble locked | unlocked

Sperre oder entsperre das Überschreiben der persistenten Daten, siehe Sperrung. TIPP: Diese Sperre sollte bei Experimenten immer gesetzt sein.

set Babble save | restore

Speichere die Daten persistent, oder hole sie aus der betreffenden Datei babbleFile (Achtung für Nutzer der configdb: Das File wird in der Datenbank abgelegt, nicht im Dateisystem).

set Babble rivereload

Erzeuge eine neue Instanz des RiveScript Interpreters und lese die Konfigurationsdaten neu ein.

set Babble test

Lasse eine interne Testsuite von Erkennungssätzen durchlaufen

Get-Befehle

Das Babble-Device kennt die folgenden Get-Befehle (Babble ist duch den tatsächlichen Device-Namen zu ersetzen):

 get Babble version

Gibt die Versionsnummer des Moduls zurück

Attribute

Das Babble-Device benötigt zum Funktionieren unbedingt ein paar wichtige Attribute mit Wortlisten. Bei der ersten Definition sollten diese automatisch belegt werden, können aber jederzeit geändert werden.

  • babblePlaces ist eine durch Leerzeichen separierte Liste von Orts-Identifikatoren, die in der Sprachsteuerung erkannt werden sollen. Die in FHEM bekannten Rooms=Räume werden ebenfalls als Ortsbezeichnungen zur Verfügung gestellt und brauchen nicht in dieser Liste aufzutauchen.
  • babbleNotPlaces ist eine durch Leerzeichen separierte Liste von FHEM-Räumen, die nicht als Orts-Indentifikatoren erkannt werden sollen.
  • babbleStatus ist eine durch Leerzeichen separierte Liste von Status-Identifikatoren, also Nomen, die den Status eines Untersystems wiedergeben. Beispiel: Status Wert Wetter Zeit
  • babblePrepos ist eine durch Leerzeichen separierte Liste von Präpositionen. Beispiel: von vom des der in im auf bei am
  • babbleTimes ist eine durch Leerzeichen separierte Liste von Zeit-Adverbien, die eine Zeitangabe eines Untersystems signalisieren. Beispiel: heute morgen übermorgen nacht
  • babbleQuests ist eine durch Leerzeichen separierte Liste von Frage-Adverbien. Beispiel: wie wo wann
  • babbleArticles ist eine durch Leerzeichen separierte Liste von Artikeln. Beispiel: der die das den des dem zur
  • babbleVerbs ist eine durch Leerzeichen separierte Liste von Verbengruppen, die jeweils aus kommagetrennten Variationen und Konjugationen sowie einem davon per ':' getrennten Infinitiv bestehen. Beispiel: schalt,schalte:schalten mach,machs,mache:machen öffne:öffnen schließe,schließ:schließen
  • babbleVerbParts ist eine durch Leerzeichen separierte Liste von Verbteilen, die den durch das grundlegende Tun (beschrieben durch ein Verb, z.B. schließen) erreichten Zustand festlegen (z.B. zu in zuschließen und auf in aufschließen). Beispiel für diese Liste: zu auf ent wider ein an aus ab um
  • babbleWrites ist eine durch Leerzeichen separierte Liste, die spezielle Verben enthält, die mit Schreiboperationen befasst sind. Beispiel: sagen senden hinzufügen entfernen ändern löschen
  • helpFunc ist ein FHEM-Kommando, das aufgerufen wird, wenn zu einem Eingabesatz zwar ein Device, aber kein passendes Kommando gefunden wird. Siehe betreffenden Abschnitt unter Benutzung.
  • testParm(0|1|2|3) sind Attribute, die bei reinen Tests von Babble-Erkennungen an Stelle der Parameter $PARM(0|1|2|3) eingesetzt werden.
  • noChatBot muss auf 1 gesetzt werden, wenn zwar RiveScript als Modul im System vorhanden ist, der ChatBot aber nicht genutzt werden soll.
  • babbleIds ist eine durch Leerzeichen separierte Liste von Namen, unter denen Babble selbst angesprochen werden kann
  • babblePreSubs ist eine durch Leerzeichen separierte Liste von regulären Ausdrücken und Ersetzungsstrings, diese sind jeweils durch : getrennt. Diese Substitutionen werden vor der Normalisierung des Eingabesatzes angewandt. Leerzeichen in den regulären Ausdrücken oder den Ersetzungsstrings müssen im Attribut als \s angegeben werden.
<regexp1>:<ersetzung1> <regexp2>:<ersetzung2> ...
  • remoteFHEM(0|1|2|3) ist die IP-Adresse (+ Port) einer entfernten FHEM-Instanz. Username und Passwort müssen ggf. ebenfalls angegeben werden, im Format <user>:<password>@<host>:<port>
  • remoteToken(0|1|2|3) ist der csrf-Token einer entfernten FHEM-Instanz, siehe Nutzung
  • remoteFunc(0|1|2|3) ist der Name einer Perl-Funktion, die aufgerufen wird, um die entfernte FHEM-Instanz anzusprechen. Hierbei kann beispielsweise das Modul RFHEM oder das Modul FHEM2FHEM eingesetzt werden. Die Angabe dieser Funktion ist optional - verzichtet man darauf, wird Babble versuchen, die entfernten FHEM-Devices durch einfache Web-Aufrufe zu steuern (und dafür wird natürlich der csrf-Token benötigt).
  • babbleDevices ist eine durch Leerzeichen separierte Liste von (remote-)Device-Identifikatoren in der Form
 <Babble Devicename>:<FHEM-Devicename>:<Ziffer> <Babble Devicename>:<FHEM-Devicename>:<Ziffer> ... <Babble Devicename>:<FHEM-Devicename>:<Ziffer>
    • Als Ziffer sind die Werte 0,1,2,3 erlaubt, sie teilen Babble mit, um welche der gegenwärtig möglichen vier verschiedenen entfernten FHEM-Instanzen (siehe Attribut remoteFHEM) es sich handelt.
    • Der Babble Devicename darf ein *-Zeichen enthalten. Ist dies der Fall, wird der Babble Devicename als regulärer Ausdruck interpretiert, in dem * durch (.*) ersetzt wird. Wenn Babble nun mit einem Satz aufgerufen wird, dessen Device-Teil auf diesen Ausdruck passt, wird die entsprechende Zeichengruppe in den Parameter $STAR übernommen. Taucht $STAR nun in der Kommandosequenz auf, wird dies durch den aktuellen Wert der Zeichengruppe ersetzt. Beispiel: der Babble-Devicename im Attribut sei *liste. Wird nun im zu interpretierenden Satz der Devicename Einkaufsliste erkannt, enthält $STAR den Wert Einkaufs. Im FHEM-Kommando, das Babble ausführt, wird $STAR dann durch Einkaufs ersetzt.
  • linkname ist der Name für den Link im FHEM-Menü. Default: Babble.
  • hiddenroom ist der Name für den versteckten Raum, der das Babble-Device enthält. Default: babbleRoom
  • lockstate ist der Sperrzustand für das Device, siehe Sperrung

Webinterface

In diesem Abschnitt wird die Bedienung des Webinterfaces und damit die Konfiguration des NLUI beschrieben. Um sie zu erreichen, klickt man auf den Begriff Babble im oberen Menü des Webinterfaces.

Babble Test

In diesem Teil des Webinterfaces kann ein Testsatz eingegeben werden. Durch anklicken des Buttons Test wird dieser analysiert und das Resultat der Analyse unmittelbar darunter angezeigt. Ist bereits ein FHEM-Kommando dafür definiert (siehe übernächsten Abschnitt), wird dieses ebenfalls angezeigt. Wenn man vorher die Checkbox Ausführung setzt, wird dieses FHEM-Kommando auch ausgeführt.

Babble Test.png

Babble Orte und Babble Verben

Hier können im oberen Bereich zusätzliche Orts-Identifikatoren angegeben und mit Hilfe des Buttons Hinzufügen dem Attribut babblePlaces hinzugefügt werden. Wählt man stattdessen einen bereits definierten Orts-Identifikator aus, verändert sich der Button in einen Entfernen-Button, zusätzlich erscheint ein Button zum Abbruch.

Hier können im unteren Bereich zusätzliche Verbengruppen angegeben und mit Hilfe des Buttons Hinzufügen dem Attribut babbleVerbs hinzugefügt werden. Wählt man stattdessen ein bereits definiertes Verb aus, verändert sich der Button in einen Entfernen-Button, zusätzlich erscheinen ein Button zum Ändern und zum Abbruch.

Babble Places.png

Babble Devices

In diesem Bereich können mit Dropdown-Listen die bekannten Orte, Verben, und Zielzustände ausgewählt werden, die in der semantischen Analyse erkannt werden. Zusätzliche Zeilen können mit dem Button Hinzufügen gewonnen werden, alle bis auf die erste Zeile für jedes Device können entfernt werden.

In der ersten Zeile sollte ein Hilfetext eingetragen werden - dieser wird ausgegeben, wenn für dieses Device keine Kombination aus Raum, Verb und Ziel erkannt worden ist. Für neue Devices wird ein Vorschlag geliefert.

Im rechten Feld wird dann das auszuführende FHEM-Kommando eingetragen.

  • Perl-Aufrufe werden dabei wie üblich in {..} Klammern eingeschlossen.
  • Achtung: Derzeit noch doppelte Anführungszeichen vermeiden, nur einfache Anführungszeichen sind erlaubt.

Babble Devices.png

Gruppierung

Mit der Spracheingabe können verschiedene FHEM-Devices mit dem gleichen Babble-Device adressiert werden. Dafür müssen lediglich Babble-Devicenamen vergeben werden, die sich durch ein angehängtes

 _<Ziffern>

voneinander unterscheiden. Beispiel

  • Ein entferntes FHEM-Device WZ.Scene (auf der entfernten FHEM-Instanz Nr. 1) wird im Attribut babbleDevices mit dem Babble-Devicenamen Licht definiert:
 attr Babble babbleDevices WZ.Scene:Licht:1
  • Ein lokales FHEM-Device Schlafzimmerlampe erhält selbst ein Attribut
 attr Schlafzimmerlampe babbleDevice Licht_1

Die beiden werden dann im Webfrontend von Babble direkt untereinander dargestellt, jeweils mit eigenem Hilfetext. Für den Zweck der Konfiguration sind sie dann unterschiedliche Geräte (so, wie es ja auch semantisch richtig ist). Bei der Verarbeitung eines Eingabesatzes werden aber beide Geräte durch den Devicenamen Licht adressiert, d.h. Babble geht alle intern gespeicherten Geräte mit den Babble-Devicenamen Licht, Licht_<Ziffern> durch und führt das erste passende Kommando aus.

Anwendungsbeispiele

Temperatur abfragen

Im Beispiel gehen wir davon aus, dass es ein dummy-Device tempProfileC mit verschiedenen userReadings gibt, z.B. steht WZ.T für die Temperatur im Wohnzimmer.

Babble Temperatur.png

Dieses dummy-Device erhält nun den Attributwert

attr tempProfileC babbleDevice Temperatur

Damit erscheint dieses Device mit FHEM-Devicename tempProfileC und Babble-Devicename Temperatur in der Liste der Babble-Devices. Im nächsten Schritt müssen dafür Kommandos angelegt werden. Für das Beispiel wollen wir die Temperatur im Schlafzimmer und im Wohnzimmer abfragen. Dazu müssen diese beiden Orte der Liste babblePlaces hinzugefügt werden, das geht im Webfrontend von Babble.

Als erstes wollen wir die Frage stellen: Wie ist die Temperatur im Schlafzimmer. Babble ist derzeit intern so konfiguriert, dass eine Frage "wie ist" mit dem Verb sagen assoziiert wird. Weil ein konkretes Ziel nicht genannt wurde, setzt Babble als Ziel der Abfrage den Status des Gerätes ein. Nötig sind also die beiden Einträge

$hash->{DATA}{"command"}{"temperatur"}{"schlafzimmer"}{"sagen"}{"status"} = <1. Kommando zur Ausgabe>
$hash->{DATA}{"command"}{"temperatur"}{"wohnzimmer"}{"sagen"}{"status"} = <2. Kommando zur Ausgabe>

Alternativ kann man auch den Befehl erteilen Sage den Wert der Temperatur im Schlafzimmer. Hier wird spezifisch der Wert abgefragt, sinnvoll sind also zwei weitere Einträge mit denselben Ausgaben

$hash->{DATA}{"command"}{"temperatur"}{"schlafzimmer"}{"sagen"}{"wert"} = <1. Kommando zur Ausgabe>
$hash->{DATA}{"command"}{"temperatur"}{"wohnzimmer"}{"sagen"}{"wert"} = <2. Kommando zur Ausgabe>

Auch diese beiden Einträge lassen sich komfortabel über das Webfrontend von Babble machen. Für das Beispiel verwenden wir eine Perl-Funktion namens speak(<speechdevice>,<text>), die nichts weiter macht, als auf einem der dazu fähigen Devices (hier speechdevice) die zuständige TTS (Text-to-Speech) Funktion aufzurufen.

<1. Kommando zur Ausgabe> = {speak($PARM0,'Die Temperatur im Schlafzimmer beträgt '.ReadingsVal('tempProfileC','SZ.T',).' Grad')}
<2. Kommando zur Ausgabe> = {speak($PARM0,'Die Temperatur im Wohnzimmer beträgt '.ReadingsVal('tempProfileC','WZ.T',).' Grad')}

Der Parameter $PARM0 wird dabei durch denjenigen ersten Parameter ersetzt, den die Erkennungsfunktion mitgeliefert bekommen hat (siehe oben).

Babble Temperatur2.png

Nach dem Sichern steht das zur Verfügung. Übergibt man an Babble den Textstring Wie ist die Temperatur im Schlafzimmer, wird auf den Sprachausgabedevices z.B. der Text ausgegeben Die Temperatur im Schlafzimmer beträgt 21 Punkt 4 Grad. Schönheitsfehler ist noch, dass der englische Dezimalpunkt mit ausgegeben wird. Das lässt sich aber problemlos beheben, indem die Perl-Funktion speakEG etwas aufgebohrt wird. Durch einen einfachen regulären Ausdruck kann man jeden Punkt zwischen Ziffern durch ein Komma ersetzen lassen.

Weckzeit setzen

Im Beispiel gehen wir davon aus, dass es ein FHEM-dummy-Device Alexa.Weckzeit gibt, dieses dummy-Device erhält nun den Attributwert

attr Alexa.Weckzeit babbleDevice Wecker

Damit erscheint dieses Device mit FHEM-Devicename Alexa.Weckzeit und Babble-Devicename Wecker in der Liste der Babble-Devices. Im nächsten Schritt müssen dafür Kommandos angelegt werden.

Als Sprachbefehl soll verwendet werden Wecken um 18 Uhr 27. Babble ist derzeit intern so konfiguriert, dass eine dem Teilstring weck versehene Sprachnachricht automatisch mit dem Device Wecker und dem Verb stellen assoziiert wird. Nötig ist also erstens der Eintrag des Verbs stellen in die Liste der Verben (geht mit dem Webfrontend) sowie ein Eintrag

$hash->{DATA}{"command"}{"wecker"}{"none"}{"stellen"}{"auf"} = <Kommando zum Stellen>

Auch dieser Eintrag lässt sich komfortabel über das Webfrontend von Babble machen. Als Kommando zum Stellen trägt man nun ein

set Weckzeit $VALUE

Der String $VALUE wird bei der Ausführung durch den Value-Parameter ersetzt, den Babble bei der semantischen Analyse herausfiltert, also im Beispiel 18:27 Uhr. Aus dem Weckzeit-Dummy kann man nun diese Weckzeit mit einem einfachen notify auf den "echten" Wecker übertragen (natürlich ein FHEM-Device...)

Babble Weckzeit.png

Wetter abfragen

In diesem Beispiel gehen wir davon aus, das in dem FHEM-Device wunderground drei Readings vorliegen:

  • fc0_message ist die Wettervorhersage für heute
  • fc1_message ist die Wettervorhersage für morgen
  • fc2_message ist die Wettervorhersage für übermorgen

Das Device erhält nun den Attributewert

attr wunderground babbleDevice Wetter

Damit erscheint dieses Device mit FHEM-Devicename wunderground und Babble-Devicename Wetter in der Liste der Babble-Devices. Im nächsten Schritt müssen dafür Kommandos angelegt werden. Da bei der Analyse der Zeitwert (heute,morgen oder übermorgen) in der Variablen $VALUE abgelegt wird, reichen zwei Kommands aus, indem die Fallunterscheidung untergebracht wird:

$hash->{DATA}{"command"}{"wetter"}{"none"}{"sagen"}{"wetter"} = <Kommando zur Abfrage>
$hash->{DATA}{"command"}{"wetter"}{"none"}{"sagen"}{"status"} = <Kommando zur Abfrage>

Auch dieser Eintrag lässt sich komfortabel über das Webfrontend von Babble machen. Als Kommando zur Abfrage trägt man nun in beide Felder ein:

{speakEG(ReadingsVal('wunderground','fc'.(('$VALUE' eq 'übermorgen')?'2':(('$VALUE' eq 'morgen')?'1':'0')).'_message',' '))}

Für das Beispiel verwenden wir eine Perl-Funktion namens speak(<speechdevice>,<text>), die nichts weiter macht, als auf einem der dazu fähigen Devices (hier speechdevice) die zuständige TTS (Text-to-Speech) Funktion aufzurufen. Der Parameter $PARM0 wird dabei durch denjenigen ersten Parameter ersetzt, den die Erkennungsfunktion mitgeliefert bekommen hat (siehe oben).

Babble Wetter.png