EIB / KNX

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FHEM kann auch Geräte über EIB bzw. KNX steuern.

Hinweis: Obwohl hier explizit ein Raspberry Pi verwendet wird, sollte die Ableitung für jedes Debian-basierte System (also auch Ubuntu) anwendbar sein.

Zu diesem Zweck habe ich mir einen Raspberry Pi und einen TUL (TPUART USB light von busware.de) besorgt. Der TPUART ist ein Baustein, der die Verbindung zwischen dem EIB und einer seriellen Schnittstelle herstellt. In dem USB TUL ist dem TPUART ein Microcontroller vorgeschaltet, der eine Wandlung von USB nach seriell vornimmt.

Vorbereitung

Der TUL wird ohne Firmware ausgeliefert und muss entsprechend vor der ersten Benutzung programmiert werden. Dies kann direkt über den Raspberry Pi geschehen:

sudo apt-get install dfu-programmer
wget -O TPUARTtransparent.hex http://busware.de/tiki-download_file.php?fileId=54
sudo dfu-programmer atmega32u4 erase
sudo dfu-programmer atmega32u4 flash TPUARTtransparent.hex
sudo dfu-programmer atmega32u4 reset
sudo reboot

Der Raspberry Pi wird wie in Installation / Setup beschrieben vorbereitet.

Den TUL kann man wohl per eibd oder direkt einbinden. Die direkte Einbindung erfolgt über ein

define EIB TUL tul:/dev/ttyACM0@57600 1.1.255

in der fhem.cfg. Der letzte Parameter ist die EIB-Adresse, unter der sich der TUL einbucht. Somit muss es eine freie Adresse sein.

In diesem Fall ist die Adresse in der Punkt-Notation angegeben. FHEM versteht diese Notation, verwendet aber meist folgende "Schreibweise":

abcc

wobei a und b hexadezimale Werte von 0-f und cc hexadezimale Werte von 0-255 annehmen können. Dies entspricht dann der Adresse

a.b.cc

Weitere Informationen sind in der commandref/EIB dokumentiert.

Inbetriebnahme

FHEM auf dem RaspberryPi sollte jetzt schon im eigenen Intranet unter [http://raspberrypi:8083/ erreichbar sein. Durch die autocreate Funktion kennt das System unter Umständen auch schon einige Geräte.

Lampen

Werden nun alle Lichtschalter einmal betätigt, kennt das System bereits die Adressen der im EIB eingebundenen Lampen. Diese sind die einfachsten Geräte in FHEM - sie lassen sich sofort über das Webinterface steuern. Über das Attribut "room" können die Lampen den verschiedenen Räumen zugeordnet werden, wobei das Interface nur ein Dropdown mit den schon "definierten" Räumen anbietet.

Neue Räume können aber einfach durch Eingabe des Befehls

attr <gerätename> room <neuerRaum>

in das Eingabefeld erzeugt werden (mit der Eingabetaste bestätigen, nicht mit dem "Save" Button).

Nach dieser Eingabe taucht der neue Raum auch im entsprechenden Dropdown auf.

Den kryptischen Namen der Lampe ändert man auf gleichem Weg über die Eingabe von

rename EIB_abcd wohnzimmer.deckenleuchte

Hierbei gilt zu beachten, dass die Namen aller Objekte in FHEM eindeutig sein müssen. Eine Bezeichnung "deckenleuchte" wird es für mehrere Räume geben und reicht somit nicht aus.

Temperatursensoren

Definiert werden die Sensoren zunächst wie die Lampen. Damit das System allerdings weiss, dass sie als Temperatur angezeigt werden sollen, muss noch ein

attr <name temp sensor> model tempsensor

gesetzt werden. Für Heizungsventile gilt das gleiche, nur dass man dem System hier sagen muss, dass es sich um einen Prozent-Wert handelt. Je nach Information entweder

attr <name ventil> model percent

oder

attr <name ventil> model percent255 (noch nicht von mir getestet)

Um zu verhindern, dass FHEM für diese Sensoren Schaltflächen anzeigt, kann man

attr <name sensor> dummy 1

setzen. Achtung: sollte für dieses Element schon ein webCmd-Attribut gesetzt sein, werden die Schaltflächen nicht deaktiviert.

Ergänzung: Seit neuestem müssen die Datenmodelle gemäß KNX-Datenpunkttypen-Listen gesetzt werden!

Zudem funktioniert die Zuweisung über das Attribut "model" nicht mehr. Es ist direkt in der Definiton einzuarbeiten. Damit ergibt sich z.B.

define <name temp sensor> KNX 0/1/1:dpt5.001

wobei :dpt5.001 anstatt model percent verwendet wird.

Die mögliche Datenpunktliste findet sich in der FHEM referenz. Was der Sensor liefert ist in der Beschreibung des Sensors bzw. bei konfigurationsabhängigen Werten aus der ETS abzulesen.

In der FHEM Wiki ist diese Änderung noch nicht in allen KNX-Artikeln nachgezogen worden.

Tipps

Die FHEM Kommandos unterstützen reguläre Ausdrücke. Sind beispielsweise viele Temperatursensoren mit dem Namen "ist.<raum>" angelegt und es soll dafür nun das attribut "dummy" gesetzt werden, kann das mit

attr ist.* dummy 1

vereinfacht werden.